D7 Entity-Type
ausstellung
basis e.V. Gutleutstraße 8-12 60329 Frankfurt am Main
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Ella Littwitz, A High Degree of Certainty and The curse and the blessing (or region bounded by two functions), 2020 and 2021, installation view basis e.V., 2023, Courtesy the artist and alexander levy, Berlin, photo: Bernd Euring

Wir freuen uns, vom 10. Februar bis 30. April 2023 die Einzelausstellung Red Mercury der israelischen Künstlerin Ella Littwitz zu präsentieren. Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 9. Februar 2023 um 19 Uhr statt.   In ihren Installationen und Objekten thematisiert Ella Littwitz (*1982 in Haifa, Israel) die Beständigkeit, Legitimität und Überwindung von Grenzen sowie ihre geschichtlichen, kulturellen und politischen Bedeutungen. Der grundlegende Zweifel an jenen Markierungen als unverrückbare Entitäten, die vom Menschen aufgrund bestimmter Überlieferungen, Mythen, politischer Interessen oder religiösen Überzeugungen errichtet werden, prägt dabei ihre Arbeitsweise.


Die Frage, wie ein Ort definiert wird, wie seine Grenzen aussehen und sich im Laufe der Zeit verändern, dient als Ausgangspunkt von Ella Littwitz‘ künstlerischer Praxis, die sich thematisch beispielsweise mit den Grenzen zwischen Israel und den angrenzenden Gebieten auseinandersetzt. Die Objekte der Künstlerin sind Zeugnisse, sie tragen Spuren oder setzen sich gar aus ehemaligen, appropriierten Bestandteilen oder Nachbildungen territorialer Abgrenzungen zusammen. Durch die künstlerische Bearbeitung, Neuverortung und Umwandlung dieser Grenzmarkierungen legt sie die Mechanismen politischer Konstrukte und überlieferter Narrative offen. Dabei interessiert sie sich insbesondere für die Brüche, die sich zwischen einem real existierenden und konzeptionell vorgestellten Ort und seiner Grenzen ergeben.
Red Mercury ist die erste umfassende institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland und wird neben einer Auswahl der Arbeiten der letzten Jahre ebenso Neuproduktionen präsentieren.
Die Ausstellung wird kuratiert von Christin Müller und Felix Ruhöfer.

 

Opening
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Ella Littwitz, The curse and the blessing (or region bounded by two functions) (Detail), 2021, installation view basis e.V., 2023, Courtesy the artist and alexander levy, Berlin, photo: Bernd Euring
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Ella Littwitz, This Line, 2020, Courtesy Ella Littwitz and alexander levy, Berlin, Foto: Trevor Good.jpg
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If everything that exists has a place, place too will have a place, 2020 Bullet-riddled boundary barrels,  87 × 58 cm diameter Courtesy private collection Photo: Bernd Euring
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Semiology of the Underground, 2021 Drawing of an Arabidopsis thaliana on a minefield warning sign,  15.5 × 18 cm Courtesy the artist and alexander levy, Berlin Photo: Bernd Euring
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In ihren Installationen und Objekten thematisiert Ella Littwitz (*1982 in Haifa, Israel) die Beständigkeit, Legitimität und Überwindung von Grenzen sowie ihre geschichtlichen, kulturellen und politischen Bedeutungen. Der grundlegende Zweifel an jenen Markierungen als unverrückbare Entitäten, die vom Menschen aufgrund bestimmter Überlieferungen, Mythen, politischer Interessen oder religiösen Überzeugungen errichtet werden, prägt dabei ihre Arbeitsweise.

Die Frage, wie ein Ort definiert wird, wie seine Grenzen aussehen und sich im Laufe der Zeit verändern, dient als Ausgangspunkt von Ella Littwitz‘ künstlerischer Praxis, die sich thematisch beispielsweise mit den Grenzen zwischen Israel und den angrenzenden Gebieten auseinandersetzt. Die Objekte der Künstlerin sind Zeugnisse, sie tragen Spuren oder setzen sich gar aus ehemaligen, appropriierten Bestandteilen oder Nachbildungen territorialer Abgrenzungen zusammen. Durch die künstlerische Bearbeitung, Neuverortung und Umwandlung dieser Grenzmarkierungen legt sie die Mechanismen politischer Konstrukte und überlieferter Narrative offen. Dabei interessiert sie sich insbesondere für die Brüche, die sich zwischen einem real existierenden und konzeptionell vorgestellten Ort und seiner Grenzen ergeben.

Red Mercury ist die erste umfassende institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland und wird neben einer Auswahl der Arbeiten der letzten Jahre ebenso Neuproduktionen präsentieren.

Die Ausstellung wird kuratiert von Christin Müller und Felix Ruhöfer.

Intro Text

Führungen

Samstag, 18.02.2023 - 14:00 Uhr

Mittwoch, 01.03.2023 - 18:00 Uhr

Samstag, 25.03.2023 - 14:00 Uhr

Samstag, 15.04.2023 - 14:00 Uhr

Samstag, 29.04.2023 - 14:00 Uhr

Text

In ihren installativen und objektbasierten Arbeiten thematisiert Ella Littwitz (*1982 in Haifa, Israel) die Beständigkeit, Legitimität und Überwindung von Grenzen und ihrer geschichtlichen, kulturellen und politischen Bedeutung. Sie agiert innerhalb ihrer künstlerischen Praxis fast wie eine Archäologin, die die materiellen Hinterlassenschaften und Markierungen des Menschen, wie sie zum Beispiel zwischen Israel und den angrenzenden Gebieten bestehen, einer permanenten Überprüfung unterzieht. Der grundlegende Zweifel an Grenzen als unverrückbare Entitäten, die vom Menschen aufgrund bestimmter Überlieferungen, Mythen, politischer Interessen oder religiösen Glauben errichtet werden prägt dabei ihre Arbeitsweise.    
     
Die Frage wer die Grenzen und ihre Platzierung festlegt und wie sie sich im Laufe der Zeit verfestigen oder verändern umtreibt sie dabei genauso, wie die Suche nach den Hilfsmitteln und Gegenständen, die genutzt werden um Grenzgebiete zu markieren.    

Ihre Objekte agieren als Zeugnisse, sie tragen Spuren oder setzen sich gar aus ehemaligen, appropriierten Bestandteilen oder Repliken territorialer Abgrenzungen zusammen. Herausgelöst aus ihrem ursprünglichen Kontext erwecken sie in ihrer Abstraktheit und künstlerischen Präsentation eine poetische Sprache und Ästhetik, die einen Kontrast zu der Bedrohung und implizierten Konflikte in den umkämpften Grenzgebieten bildet. Mechanismen und Entwicklungen von politischen Konstrukten und überlieferten Narrative werden hierbei offengelegt und einer Neubetrachtung unterzogen.    
     
Die Arbeit „High Degree of Certainty“ besteht aus zwei Geostoffbahnen, die die Künstlerin jeweils in zwei gegenüberliegende Stellen des Ufers des Jordan getaucht hat: in Qasr al-Yahud, ein Abschnitt im palästinensischen Autonomie-Gebiet, der nur über israelisches Gebiet zu erreichen ist, und die gegenüberliegende Uferstelle namens Bethanien. Beide Orte markieren einen bewachten Grenzabschnitt zwischen Israel und Jordanien, dessen Entfernung zueinander an manchen Stellen nur wenige Meter beträgt. Der Überlieferung nach ist es der Ort, an dem das Volk Israel den Fluss überquert haben, um ins Heilige Land zu gelangen und der Platz an dem Jesus getauft wurde. Umstritten ist jedoch an welcher der beiden Uferseiten. Das symbolische Taufen der Stoffbahnen und ihre installative Gegenüberstellung sind zum einen Zeugnis der Überquerung einer Grenze, und zeigen zur gleichen Zeit mehr Gleichheiten als Unterschiede. Welche Stoffbahn das heiligere Wasser aufgesogen hat oder welches der beiden Stoffbahnen das Zeugnis welcher Uferseite hat bleibt unklar.    
     
Die von Patronen durchlöcherten Fässer der Arbeit „If everything that exists has a place, place too will have a place“ zeugen dem gegenüber von einer konfliktbeladenen Grenzbewachung. Sie dienten als Markierungen eines Schießübungsplatzes und verweisen auf die militärischen Auseinandersetzungen rund um die Grenzgebiete und wirken gleichzeitig in dem präsentierten Zustand zu zerbrechlich und fragil, um ihre ursprüngliche Funktion auszuführen.    
     
Die Ausstellung ist die erste umfassende institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland und wird neben einer Auswahl der Arbeiten der letzten Jahre ebenso Neuproduktionen präsentieren.

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