D7 Entity-Type
Klanginstallation
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Eröffnung
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Wenn alle Menschen, Plakat
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Wenn alle Menschen, Plakat
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WENN ALLE MENSCHEN


Klanginstallation von Augst und Friedmann - 500 Jahre nach dem Bauernkrieg



Wenn die Hochrechnungen am frühen Mittwochmorgen. Wenn die Rede von der Zeitenwende. Als Thomas Müntzer vor 500 Jahren das Paradies auf Erden. Wenn die universellen Menschenrechte nicht mehr. Als das Besthaupt dem Landvogt. Wenn die Sehnsucht nach Nationalismus und Autokratie. Als am Vorabend des Bauernkriegs.

Oliver Augst: Idee, Konzeption, Komposition, Realisation
Reto Friedmann: Idee, Konzeption, Dramaturgie, Text
Fred Marty: Kontrabass
Oliver Augst, Nicole Horny, Brezel Göring, Pascale Schiller: Stimme

9.5.2025
19:00 Uhr Einführung 
20:00 Uhr Uraufführung
10. und 11.5.2025 Installation durchgängig geöffnet von 12:00-18:00 Uhr
Produktions- und Ausstellungsplattform basis e.V., Frankfurt am Main. 

Die Klanginstallation greift den Begriff des Universalismus auf und befragt damit die heutige Umbruchszeit. Die Gleichheit aller Menschen wurde am Vorabend des Bauernkrieges erstmals von der einfachen Bevölkerung formuliert. Heute stehen universalistische Errungenschaften, wie etwa die Menschenrechte, wieder unter Druck.

Augst und Friedmann produzieren und sammeln Puzzleteile aus Fundstücken des Vorabends des Bauernkriegs und aus heutigen Erzählungen und verdichten diese zu einem sprachlich-musikalischen Kaleidoskop. Auf die gesellschaftliche Erhitzung reagieren sie mit Verlangsamung, Pausen und Stille. Mit einem Raum für Nachdenklichkeit.



WENN ALLE MENSCHEN ist ein sich selbst generierendes Hörspiel. Basis ist ein Stimm– und Klangarchiv aufgezeichneter und systematisierter Audiosamples. Andere Klangbestandteile sind O-Töne, Feldaufnahmen und durch elektronische Klanggeneratoren erzeugt. Einmal gestartet schreibt sich die Klanginstallation unendlich fort. Die Klang–und Stimmbestandteile werden im Wesentlichen über kompositorische Ausschlusskriterien, proportionale Festlegungen, inhaltliche Gruppierung, festgeschriebene Verkettungen sowie aleatorische Prozesse in immer neue Relationen, Überschreibungen oder auch Auslöschungen gesetzt.

Um die Dimension der Arbeit zu erfassen, wird eine Hördauer von mindestens 50 Minuten empfohlen, ebenso wiederholtes „Eintauchen“ in die Klanginstallation ..

"Es sind immer die Anschauer, die die Bilder machen" 
(Marcel Duchamp)

Unter Verwendung des Liedes „Gott, heilger Schöpfer aller Stern“ von Thomas Müntzer aus dem Jahr 1523, welches sich heute noch im Evangelischen Gesangbuch findet, sowie des „Püntisch Liedlein“ (bündisches Lied) von Conz Annahans, welches als einzige größere authetische Dichtung der Aufständischen von 1525 überliefert ist, in einer Vertonung von Oliver Augst.  In dem Lied heißt es, die Bauern hätten "einen Sinn erfunden", sie hätten also eine Erkenntnis gehabt. Rückblickend kann man sagen, dass sie mit ihren Forderungen sehr visionär der Aufklärung und der Französischen Revolution vorgegriffen haben, insbesondere mit dem Gleichheitsprinzip. 

Gefördert durch: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Kulturamt der Stadt Frankfurt, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Kultursommer Rheinland-Pfalz der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen, Kanton Schaffhausen CH, Kulturstiftung des Kantons Thurgau CH.

Mit freundlicher Unterstützung von Spinnkultur e.V. 
Eine Produktion von Augst und Friedmann.

Zur Uraufführung erscheint der Lyrik-Band "Wenn alle Menschen“ von Reto Friedmann und Michael Wagener (gutleut verlag, Reihe Licht)