basis e.V. präsentiert mit der Ausstellung „Structural Stowaway“ künstlerische Positionen, die sich von China ausgehend mit den Auswirkungen globaler Verflechtungen und geopolitischer Ambitionen sowohl aus historischer als auch zeitgenössischer Perspektive auseinandersetzen. Die Künstler:innen Musquiqui Chihying, Elom 20ce, Gregor Kasper, Peng Ke, Xiaoshi Qin, Hu Wei sowie das Kollektiv Geocinema (Asia Bazdyrieva, Solveig Qu Suess) nutzen die Kraft des künstlerischen Ausdrucks, um dieses Geflecht planetarischer Netzwerke und deren mitreisenden blinden Passagiere (engl. stowaway) visuell darzustellen.
"Structural Stowaway" gewährt uns einen Einblick in die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit unserer globalisierten Welt. Zusätzlich verdeutlichen verschiedene Werke in der Ausstellung, wie komplex die globalen Netzwerke zwischen Asien und dem Rest der Welt mittlerweile geworden sind und wie Landschaften von einer Vielzahl von Interessen verschiedener Nationen durchdrungen sind. In einer Zeit von Naturkatastrophen, Krieg und bis vor kurzem noch die Pandemie lädt uns die Ausstellung dazu ein, über die Komplexität unserer Welt nachzudenken. Sie verdeutlicht, wie Geschichte, Legenden und Mythen unsere Gegenwart durchdringen. Zugleich zeigt sie auf, wie Informationsnetzwerke und globale Strukturen unsere Welt formen.
Die Ausstellung wird kuratiert von Antonie Angerer und Anna-Viktoria Eschbach.
Special events:
Sept. 16 at 4 p.m. - performance with Xiaoshi Qin
Oct. 11 & Nov. 15 at 6 p.m. - guided tours with curator Antonie Angerer
Dec. 7 at 7 p.m. - screening and artist talk with Gregor Kasper and Musquiqui Chihying
Dec. 9 at 2 p.m. - guided tour with curator Anna-Viktoria Eschbach
basis e.V. presents the exhibition "Structural Stowaway" artistic positions that, using China as a point of departure, address the impact of global interconnections and geopolitical ambitions from historical and contemporary perspectives. The artists Musquiqui Chihying, Elom 20ce with Gregor Kasper, Peng Ke, Xiaoshi Qin, Hu Wei, and the collective Geocinema (Asia Bazdyrieva, Solveig Qu Suess) employ the power of artistic expression to visually represent this web of planetary networks and their stowaways.
"Structural Stowaway" gives us an insight into the complexity and contradictions of our globalised world. In addition, various works in the exhibition illustrate how complex the global networks between Asia and the rest of the world have now become, and how landscapes are permeated by a multitude of interests from different nations. At a time of natural disasters, war and the recent pandemic, the exhibition invites us to reflect on the complexity of our world. It highlights how history, legends, and myths permeate our present. At the same time, it shows how information networks and global structures shape our world.
Curated by Antonie Angerer and Anna-Viktoria Eschbach.
Die Ausstellung „Structural Stowaway“ präsentiert künstlerische Positionen, die sich von China ausgehend mit den Auswirkungen globaler Verflechtungen und geopolitischer Ambitionen sowohl aus historischer als auch zeitgenössischer Perspektive auseinandersetzen. Die Künstler:innen Musquiqui Chihying, Elom 20ce, Gregor Kasper, Peng Ke, Xiaoshi Qin, Hu Wei sowie das Kollektiv Geocinema (Asia Bazdyrieva, Solveig Qu Suess) nutzen die Kraft des künstlerischen Ausdrucks, um dieses Geflecht planetarischer Netzwerke und deren mitreisenden blinden Passagiere (engl. stowaway) visuell darzustellen.
Die Künstler:innen eint, dass sie nationale und internationale Großprojekte, Waren- und Datenströme analysieren und den Betrachtenden die Möglichkeit geben, diese scheinbar unsichtbaren Bewegungen selbst auf der Weltkarte nachzuvollziehen. Globale Handelsrouten von und nach Asien in den Rest der Welt sind nicht nur offen für die Migration von Menschen, Waren und Kapital, sondern fungieren immer auch als Netze für Kommunikations- und Informationsströme. Diese sind mit Geschichten und Mythen verflochten, welche menschliche Erfahrung und lokale Erklärungen globaler Phänomene verkörpern. Eine dieser Mythen ist die faszinierende Geschichte der Piratin Madam Shih, welche die Meere des Perlflussdeltas beherrschte. Die ortsspezifische Installation von Xiaoshi Qin zeigt alte und neue Arbeiten, welche die Künstlerin während ihrer Residency bei basis in ein neues Ökosystem lokaler Legenden und historischen Ereignisse der Region um Guangzhou miteinander verbindet.
Inwiefern politische Spannungen und Grenzen auch das persönliche Leben beeinflussen können, demonstriert uns eindringlich Hu Weis Installation über eine diplomatische Liebesgeschichte zur Zeit des Kalten Krieges. Seine Arbeit “Affairs” zeigt auf, wie unsere menschlichen Beziehungen von den politischen Kontexten geprägtgt sind, in denen wir uns befinden.
Musquiqui Chihyings Arbeiten untersuchen historisch durch den kolonialen Handel geprägte Orte und stellen in einem Zeitalter, das durch Chinas globale Expansion geprägt ist, neue Fragen. Die Arbeit “The Culture Center” zeigt eine Sammlung von Währungen und ihren Weg zwischen Asien und Afrika. Diese Sammlung wird durch Münzen ergänzt, die Musquiqui Chihying selbst gestaltet hat. Auf ihnen sind Kulturinstitutionen Afrikas dargestellt, die mit Geldern aus China finanziert wurden. Dieser Dialog zwischen Geldflüssen und deren Einfluss auf unser Leben wird durch die Arbeit “The Currency”, eine Zusammenarbeit Chihyings mit Gregor Kasper und dem Musiker Elom 20ce, erweitert. Die Arbeit des Kollektivs besingt die Macht der Währung in Gesellschaften in Asien, Afrika und Europa.
Durch die vielfältigen künstlerischen Positionen der Ausstellung entsteht ein fesselndes Spannungsverhältnis zwischen makroökonomischen Bewegungen und mikroökonomischen Entwicklungen sowie ihren gegenseitigen Abhängigkeiten. In unserer heutigen Zeit, in der geopolitische Ambitionen stets vor dem Hintergrund einer postkolonialen Debatte betrachtet werden müssen, spielen Informationsnetzwerke eine zentrale Rolle. Diese Netzwerke dienen nicht nur als Quelle des Wissens und des Austauschs, sondern können auch Machtstrukturen und Abhängigkeiten formen. Ein Schwerpunkt von Geocinemas Arbeit liegt auf den neuen Kabeln, Satelliten und digitalen Infrastrukturen, die ganze Landschaften modellieren, um eine präzisere Darstellung planetarer Verschiebungen und Erdbeben zu ermöglichen. Dieser Aspekt ist eng mit Chinas geopolitischer Expansionspolitik verbunden, die sich entlang der neuen Seidenstraße erstreckt - von China über Mittel- und Zentralasien bis nach Afrika. Durch diese digitale Hardware entwickelt China Hegemonie über die Bilder unseres Planeten.
Vom Planetaren zum Lokalen bringen uns die Arbeiten der Fotografin Peng Ke. Wie können wir die Landschaft aus einer globalen Perspektive betrachten, die ihren Kern immer im Lokalen hat? Ihre Arbeiten kontrastieren die einheitliche Architekturästhetik der Moderne mit lokalen urbanen Praktiken im öffentlichen Raum Shanghais. Kontrastierend stellt sie “kitschige” Delfine glatten, geraden, strengen Bauten aus Glas und Beton gegenüber. Ihre Fotografien schlagen wiederum die Brücke zu dem Export chinesischer urbaner Infrastruktur und Bauprojekte, welche in vielen schnell wachsenden Metropolen der Welt wiederzufinden sind.
Die Ausstellung „Structural Stowaway“ gewährt uns einen Einblick in die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit unserer globalisierten Welt. Zusätzlich verdeutlichen verschiedene Werke in der Ausstellung, wie komplex die globalen Netzwerke zwischen Asien und dem Rest der Welt mittlerweile geworden sind und wie Landschaften von einer Vielzahl von Interessen verschiedener Nationen durchdrungen sind. In einer Zeit von Naturkatastrophen, Krieg und bis vor kurzem noch die Pandemie lädt uns die Ausstellung dazu ein, über die Komplexität unserer Welt nachzudenken. Sie verdeutlicht, wie Geschichte, Legenden und Mythen unsere Gegenwart durchdringen. Zugleich zeigt sie auf, wie Informationsnetzwerke und globale Strukturen unsere Welt formen.