curated by Markus Lepper
artists:
Valentin Beinroth, Viola Bittl, Björn Drenkwitz,nicolaj Dudek, christiane feser, Wiebke Grösch, jin kyoung huh, dirk krecker, levent kunt, stefanie pretnar, flo maak, frank metzger
Finissage with Soundperformance:
August 26th 2012, 8 - 10 p.m.
soundperformnce 500.000 Quadratkilometer bestes Ackerland
by Anne Jung and Dirk Krecker
Südliches Ackerland– a fleeting inspection
Entitled Südliches Ackerland (Southern Arable Land) this year’s summer exhibition brings together a selection of artistic positions of both Basis studios inspired by an eponymous work by Dirk Krecker. Chosen for its many associations, the title creates both a seasonal reference but also points to the old traditional cultural practice of cultivating a rural area. Originally, the term acre described an area outside of settlements. It was the place where cattle were brought to graze. Tilling the soil means planting and harvesting useful plants, turning and tilling the earth. The colloquial expression to plough something might mean cultivating an area but can also refer to the intensive working over of a topic.
But unlike the wording ‘Frankfurts südliches Ackerland’ (Frankfurt’s Southern Arable Land) which was the title of an article in the German daily, the TAZ (16 April 2012), alluding to the involvement of German banks in speculative investments in food crops and the purchase of arable land in the so-called emerging economies the exhibition title refers to the marking of areas and territories in the sense of artistic positioning and issues. It seems sensible to search for things these different places have in common, and to acknowledge the attitude that artists adopt as “critical observers” of society. They are chroniclers and system researchers, they make references to societal, economic and aesthetic issues, in the best case position themselves with a work that is difficult and reflects or irritates the state of contemporary user interfaces. As such, the exhibition conveys an impression of the diverse and creative production, which takes place in the basis studios, and presents itself as plough land with totally different fields and estates/domains, beds and productive areas.
The space in which we live, through which we are drawn out of ourselves, in which the erosion of our life, our time, our history plays out, this space, which gnaws us to pieces and leaches us is itself a heterogeneous space. Put differently we do not live in a vacuum within which you can simply locate individuals and things. We do not live in a void, which is retrospectively dyed in bright colors.
We live within a combination of relationships, which define placings that cannot be attributed to one another and cannot be reconciled with each other. (Michel Foucault, Andere Räume, in: Karlheinz Barck (ed.),Aisthesis. Wahrnehmung heute. Reclam 1992, p. 38.)
What Michel Foucault describes in his lecture on “Different Spaces” as a systematic order for those places that work according to their own rules can also be related to local artistic regions. The heterotopy, Foucault continued in his manuscript of 1967, may combine in a single location several spaces, several placings, which are per se irreconcilable. For example, the theater has a whole series of places that are alien to each other follow on the square of the stage; the cinema is a remarkable quadrangular room in whose rear you see on a three-dimensional space projected onto a two-dimensional screen. But perhaps the oldest of these heterotopias with contradictory placings is the garden. (Foucault, ibid., p.42.) Such a garden with totally different fields and estates, beds and productive areas was also tilled here.
Markus Lepper
(director Neuer Kunstverein Gießen)
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Opening hours
tuesday- friday
11:00 - 19:00
saturday, sunday
12:00 - 18:00
Ursprünglich bezeichnete man als Acker das Gebiet außerhalb von Ansiedlungen. Es war der Ort, wohin man das Vieh zur Weide führte. Mit der Tätigkeit des Ackerns ist das Setzen und Ernten von Nutzpflanzen, das Wenden der Erde und das Kehren des Bodens gemeint.
Der eher umgangssprachliche Begriff ‚beackern’ beschreibt das Bestellen einer Fläche oder auch die intensive Bearbeitung eines Themengebietes.
Südliches Ackerland – eine flüchtige Begehung
Die diesjährige Sommerausstellung versammelt unter dem Titel Südliches Ackerland eine Auswahl künstlerischer Positionen der beiden basis-Atelierhäuser. Der assoziativ gewählte Titel, der inspiriert ist durch ein gleichnamiges Werk von Dirk Krecker, stellt einerseits einen jahreszeitlichen Bezug her und verweist andererseits auf die althergebrachte Kulturtechnik, eine ländliche Fläche zu bewirtschaften.
Doch im Unterschied zu der Formulierung ‚Frankfurts südliches Ackerland’, mit der ein Artikel in der TAZ (16.4.2012) auf die Verwicklung deutscher Kreditinstitute in Nahrungsmittelspekulationen und den Ankauf von Ackerland in den so genannten Schwellenländern anspielte, bezieht sich der Ausstellungstitel auf die Markierung von Gebieten und Territorien im Sinne künstlerischer Positionierungen und Fragestellungen. Es erscheint sinnvoll, zwischen diesen unterschiedlichen Orten nach Gemeinsamkeiten zu suchen und die Haltung, die Künstlerinnen und Künstler als „kritische Beobachter“ zur Gesellschaft einnehmen, zu würdigen. Sie sind Chronisten und Systemforscher, sie nehmen Bezug auf gesellschaftliche, ökonomische und ästhetische Fragestellungen, positionieren sich im besten Fall mit einem Werk, das widerspenstig ist und die Verfassung heutiger Benutzeroberflächen reflektiert oder irritiert. So vermittelt die Ausstellung einen Eindruck von der vielfältigen kreativen Produktion, die in den Ateliers von basis stattfindet, und präsentiert sich als Ackerland mit ganz unterschiedlichen Feldern und Ländereien, Beeten und Nutzflächen.
Der Raum, in dem wir leben, durch den wir aus uns herausgezogen werden, in dem sich die Erosion unseres Lebens, unserer Zeit und unserer Geschichte abspielt, dieser Raum, der uns zernagt und auswäscht, ist selber auch ein heterogener Raum. Anders gesagt: wir leben nicht in einer Leere, innerhalb derer man Individuen und Dinge einfach situieren kann. Wir leben nicht innerhalb einer Leere, die nachträglich mit bunten Farben eingefärbt wird. Wir leben innerhalb einer Gemengelage von Beziehungen, die Platzierungen definieren, die nicht aufeinander zurück zu führen und nicht miteinander zu vereinen sind. (Michel Foucault, Andere Räume, in: Karlheinz Barck (Hrsg.), Aisthesis. Wahrnehmung heute. Reclam 1992, S. 38.)
Was Michel Foucault in seinem Vortrag „Andere Räume“ als systematische Ordnung für jene Orte beschreibt, die nach eigenen Regeln funktionieren, kann auch auf hiesige künstlerische Gebiete bezogen werden. Die Heterotopie, so Foucault in seinem Manuskript von 1967 weiter, vermag an einen einzigen Ort mehrere Räume, mehrere Platzierungen zusammenzulegen, die an sich unvereinbar sind. So lässt das Theater auf dem Viereck der Bühne eine ganze Reihe von einander fremden Orten aufeinander folgen; so ist das Kino ein merkwürdiger viereckiger Saal, in dessen Hintergrund man einen zweidimensionalen Schirm einen dreidimensionalen Raum sich projizieren sieht. Aber vielleicht ist die älteste dieser Heterotopien mit widersprüchlichen Platzierungen der Garten. (Foucault, ebd., S.42.)
Ein solcher Garten mit ganz unterschiedlichen Feldern und Ländereien, Beeten und Nutzflächen wurde auch hier bestellt.
kuratiert von: Markus Lepper
(Leiter Neuer Kunstverein Gießen)
Finissage mit Soundperformance:
Sonntag, 26. August 2012, 20.00 - 22.00 Uhr
Zum Abschluss der diesjährigen Sommerausstellung Südliches Ackerland findet
am Sonntag, 26. August die Soundperformance 500.000 Quadratkilometer bestes Ackerland
von Anne Jung und Dirk Krecker statt.
Die Ausstellung und die Bar sind
von 20.00 bis 22.00 Uhr geöffnet.
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